Neuroendokrine GEP-Tumoren (GEP-NET)

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"nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren"
(non-functioning GEP - NET)

Sog. nicht-funktionelle Tumoren (non-functioning GEP-NET) produzieren im Gegensatz zum Insulinom, Gastrinom, Glucagonom kein eindeutig messbares Hormon.

Ein typisches klinisches Syndrom läßt sich daher nicht assoziieren.

Nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren werden zunehmend diagnostiziert, nicht selten als Zufallsbefunde bei gastrointestinalen Biopsien bzw. bei der Abklärung suspekter CT-, Sonographie-Befunde.
Nicht selten handelt es sich bei diesen Tumoren um klinisch stumme PPome

NET des PANKREAS
NET des Magen-Darm-Traktes (GI-Trakt)

nicht-funktioneller Pankreas-NET

nicht-funktioneller GEP-NET im Magen-Darm-Trakt

Als nicht-funktionelle Tumoren werden Tumoren bezeichnet, die im Serum zirkulierende typische Tumormarker aufweisen (Chromogranin A, NSE, HCG, PP, Calcitonin):

NET ohne klinisches Syndrom oder eine eventuell vorhandene hormonelle Sekretion ist nicht ausreichend, ein klinisches Syndrom / Symptome zu verursachen

Als nicht-sezernierende Tumoren werden Tumoren bezeichnet, bei denen ausschließlich histochemisch (Immunfluoreszenz) Peptid- oder Tumormarker-Expressionen nachweisbar sind.

Therapeutische Strategien / Optionen
"nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren"

1. Zur Behandlung sind ausschließlich Zentren mit großer Erfahrung in der Therapie der GEP-NET geeignet

2. Bekannt sein müssen Lokalisation, evtl. Vorhandensein von Metastasen sowie der patho-histologische Differenzierungsgrad (G1-G3 WHO; Ki67-Proliferations-Index)

1.
Resektion des Primärtumors
2.

- gezielte Metastasen-Resektion
- Tumor-Debulking durch Metastasektomie, Hemihepatektomie - Lymphknoten-Resektion

3.
4.

Somatostatin-Analoga
(nur bei rezeptor-positiven NET und zur Symptomkontrolle sinnvoll)

5.
Radionuklidtherapie mit 90Yttrium- bzw. 177Lutetium-Somatostatin-Analogon (DOTATOC, DOTANOC, DOTATATE)
6.

"In klinischer Erprobung" sind therapeutische Ansätze mit Inhibitoren bzw. Blockern von Wachstumsfaktoren (Angiogenese-Inhibitoren) durch synthetische monoklonale Antikörper (Hemmung der Wirkung von zirkulierendem VEGF = vascular endothelial growth factor) sowie Blocker des sog. mTOR-Signalwegs (Rapamycin, RAD001, Sirolimus, Everolimus)

UNDER CONSTRUCTION: Molekulare Onkologie und Biologie der ANGIOGENESE

.......  Gelegentlich werden unter nicht-funktionellen GEP-NET auch die Tumoren verstanden, die eindeutig neuroendokrinen Urprungs sind, aber keines der klassischen klinischen Syndrome aufweisen

Klassifikationsprobleme bei sog. nicht-funktionellen GEP-NET können sich aus folgenden Gründen ergeben:

1. wenn nicht auf alle denkbaren und seltenen Peptide getestet werden kann oder wurde,
2. wenn inaktive Vorstufen der Endhormone ohne bekannte physiologische Funktion gebildet werden,
3. wenn Peptide sezerniert werden, die selbst bei hohen Konzentrationen keine klinisch fassbare Wirkung zeigen,
4. wenn Peptide sezerniert werden, für die keine Assays verfügbar sind,
5. wenn die klinische Untersuchung und Befragung des Patienten oberflächlich durchgeführt wird,
6. wenn nur geringe Peptidmengen oder gleichzeitig inhibitorisch wirksame Peptide synthestisiert bzw. sezerniert werden,
7. wenn die Peptidsekretion reguliert und nicht autonom stattfindet,
8. wenn sich der vage bekannten physiologischen Funktion des Peptids keine eindeutige klinische Symptomatologie zuordnen läßt.

Nicht-funktionelle GEP-NET werden manchmal als solche "fehl"-klassifiziert trotz eindeutiger Hinweise für das Vorhandensein endokriner Maschinerie (z.B. positive Marker, positive Immunhistochemie, Nachweis eines Hormons).

Beispiele: häufig pankreatisches Polypeptidom (PPom) oder pankreatisches Calcitoninom ohne Hypocalcämie oder Steatorrhoe.

Ausnahme: "Proinsulinom" : Das im Vergleich zu Insulin deutlich geringer wirksame Proinsulin stellt bei vielen Insulinomen das dominante Peptid dar und verursacht ebenfalls eindeutig die typische Hypoglykämie-Klinik.

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